Für Radsportler im Hamburger Umland sind Autobahnbrücken ja schon Anstiege und die Fahrt nach Langenrehm ein echter Berg.

Da fällt es im normalen Alltag schwer, mal einige Höhenmeter zu sammeln. Damit Bergfeeling aufkommt, hat sich seit einigen Jahren ein Kurz-Trainingslager der Hittfelder Ausdauerfreaks im Harz etabliert. Freitag hin, Sonntag zurück und dazwischen so viele Höhenmeter wie möglich.

Heuer hat es uns mal nach St. Andreasberg als Basis-Camp verschlagen. Das Hotel Rock Resort markierte, wie der Name vermuten lässt, den höchsten Punkt im Ort. Das ist beim Start der Touren sehr schön, tut aber bei der Rückkehr dafür doppelt weh.

Micha, wie in den Vorjahren, verrückterweise mit dem Rad angereist, hatte eigentlich schon sein Pensum am Freitag erfüllt, während die restlichen Sportler Annabelle, Inke, Andre, Matthias N. und Matthias E. mit dem PKW anreisten, dafür aber bei der obligatorischen Kalorienaufnahme beim örtlichen Italienrestaurant durch Leistung glänzten.

Samstag 09.00 Uhr erfolgte dann die Abfahrt zu der rund 160 km langen Rundtour durch den westlichen Harz. Sehr angenehmes Wetter und eine ruhige Verkehrslage machten die Fahrt in den ersten Stunden zu einem vergnüglichen Ausflug. Perfekt durch die Streckenguides Inke und Matthias N. vorbereitet ging es bis ins sanfte Harzvorland, bevor wir dann die Richtung änderten und Ziele wie Bad Grund, Altenau, Braunlage und Torfhaus die Beine und die Lunge forderten.

Bei Km 130 musste dann mal eine kleine extra Pause eingelegt werden. Aber gerade hier zeigte sich dann der besondere Teamspirit. Schnell kehrte ein Sportler um und kam nach kurzer Zeit mit einem duftenden Kalorienpaket zurück, welches die Kraft und Energie für alle wieder in den Körper pumpte.

Kurz nach 18.00 Uhr kam dann das Hotel wieder in Blickweite und die Vorfreude auf eine warme Dusche machte sich breit. Etwas verrückt, dass Inke und der doppelte Matthias noch eine 5 km extra Runde ran hängten, die nebenbei die steilste Straße mit 18 % Steigung beinhaltete – crazy.

Die Kalorienspeicher wurden dann in dem bekannten und bewährten Restaurant in Osterode wieder aufgefüllt, damit stand am nächsten Tag der Eroberung des Ost-Harzes nichts mehr im Wege.

Micha verabschiedete sich früh, um die gut 200 km Heimfahrt in seinem Rennmobil anzugehen, mit einem Schnitt von 40 km/h erreichte er das heimische Maschen, unglaublich.  Alle anderen näherten sich dem König des Harzes und wollten es sich, trotz müder Beine und regem Wandertourismus nicht nehmen lassen, den Brocken per Rennrad zu bezwingen. Das war schon ein ganzes Stück Arbeit, die eiskalte Cola am Bergkiosk war wirklich verdient, musste allerdings teuer bezahlt werden.

Schnell noch die Beine im Schwimmbad Braunlage gelockert und dann ging es für alle wieder Richtung Seevetal. Jeder hatte über 4000 Höhenmeter auf seiner Sportuhr nach diesem Wochenende stehen – dafür müssten hier schon etliche Autobahnbrücken überfahren werden.

Also keine Frage; auch im nächsten Jahr werden wir wieder den Harz rocken.